Komponistinnen und ihre Werke im Spiegel ihrer Zeit –
eine Vortragsreihe von und mit Susanne Wosnitzka M.A., Musikwissenschaftlerin
Thema dieser Vortragsreihe sind die Lebensgeschichten und das Schaffen von rund 15 hervorragenden Komponistinnen aus der Zeit des 12. bis 20. Jahrhunderts. Die Auswahl beruht auf dem Wunsch, komponierende Frauen aus möglichst unterschiedlichen Epochen, Ländern, gesellschaftlichen Schichten, mit sehr verschiedenen Lebensgeschichten zu präsentieren. Ziel ist, über die jeweilige Biographie und das Werk hinaus, auf die allgemeinen Konflikte komponierender Frauen hinzuweisen, Konstanten in der Rezeption ihrer Werke aufzuzeigen und die Kontinuität des musikalischen Schaffens von Frauen zu beleuchten. Diese Vorträge sollen den interessierten Hörerinnen bei ihrer weiteren Beschäftigung mit dem Thema Hilfe leisten.
Vorgestellt werden Hildegard von Bingen, italienische Renaissance-Komponistinnen, Barbara Kluntz und die Ulmer Sammlungsfrauen, komponierende Prinzessinnen, Fanny Mendelssohn Hensel, Clara Schumann, Ethel Smyth, Alma Mahler-Werfel, Nadia und Lili Boulanger und Erna Woll.
29.7.2010, 20 Uhr
Erna Woll (1917 – 2005): die völlig vergessene Komponistin, Organistin, Chorleiterin und Musikpädagogin lehrte an einer Schule in Weißenhorn, bevor sie als Dozentin an die Pädagogische Hochschule Augsburg gerufen wurde. Mit ihrer Freundin lebte sie bis zu deren Tod gemeinsam in einer Wohnung in Augsburg-Lechhausen. Mehr als 1000 Werke aus Ernas Hand lagern im Erna-Woll-Archiv der Universität Augsburg. Als im Jahr 2009 am Leopold-Mozart-Zentrum der Universität Augsburg drei Preise ins Leben gerufen wurden, wurden alle nach Männern benannt. An Erna Woll wollte sich niemand erinnern. Mit ihr schließt Susanne Wosnitzka M.A. die „Komponistinnen“-Reihe.